
Schon eine Weile tummelt sich wieder ganz ne Menge auf unseren Strassen herum. Immer zu dieser Zeit befallen riesige Grippewellen die leidenden Schweizer in einer Artenvielfalt, wie es der Basler Zoo von den seltenen „Rothaar Chinchillas“ gerne haben möchte. Vom Darmbefall, Gliederschmerzen über Kopf- und Halsweh bis zum Erbrechen sind bei diesen Epidemien alle Kombinationen möglich.
Ein prächtiger Blumenstrauss voller Überraschungen.
Nun gut, man hätte sich ja impfen können! Jedoch nur gegen einen kleinen Teil dieser lästigen Bazillen, was auch der Grund ist, weshalb viele ÄrzteInnen prinzipiell von dieser Präventionsarbeit abraten. Zumindest den Jugendlichen. Ich finde das ganze Grippenmärchen aber eigentlich recht interessant. Wer denkt, er müsse noch in einen Freizeitpark gehen um sich die Nerven zu spannen, der irrt sich gewaltig! Wenn ich ein richtiges Abenteuer haben will (etwa vergleichbar mit Hochwasser-Riverrafting, seillosem Bungeejumping oder dem Schnüffeln an Roger Federes Tennissocke), dann schlendere ich in dieser Jahreszeit durch die Gassen von Bern und fange jede Schnupfnase ein. Ich vergleiche mich gerne mit einem Botaniker oder Briefmarkensammler, nur dass ich eben Grippenkombinationen in mein Album aufnehme. Ein Foto von mir mit dem Fiebermesser im Mund (das Gesicht meistens so bleich, wie dem Alpöhi sein Sennenkutteli) und der Krankheitsdefinition darunter, lässt mein Sammlerherz gleich viel höher schlagen. Schon bald (wenn ich zwei weitere Grippenfreaks gefunden habe) wird ein Verein Namens „Lebendiger Bazillus“ die Gesellschaftslandschaft der Schweiz bereichern. Denn ich würde endlich gerne die Kombination “Schnupfen, Dünnpfiff und Mandelrötung“ gegen „Stirnhöhlenentzündung und Zahnschmerzen“ mit jemandem tauschen. Interesse?
(Geschrieben am Sonntag, 3. Februar 08, um meiner lieben Sue einen heiteren Moment zu schenken. Sie leidet gerade an einer Grippe!)