
Leute, ich grüsse euch aus Bonn.
Dies zum Ersten und nun zum Zweiten: Stressige Zeiten begleiteten mich die letzten paar Wochen. Viel reisen, viel arbeiten und viel leisten. Andere hätten schon nur beim Lesen der letzten Worte ein Burn-Out. Bei mir geht’s noch im Moment, am meisten zupfen mir aber die arroganten Businessmenschen am Nerv, welche mir nur zur Genüge im ICE (Irdischer Cholesterin Express) und TGV (Tragischer Gift Verteiler) gegenüber gesessen sind. Immer dieses gestresst-genervte Gesicht, das permanent vibrierende Handy (exgusez-moi: Handheld, oder noch besser Iphone!) und der glühende Laptop auf den Knien. Ich telefoniere dann meistens lauthals mit einer fiktiven Person und erzähle lang und breit von meinem nie gehabten Wellnesswochenende: „Weisch, die Hotstonmassage isch eifach dr Wahnsinn xi und ig ha eifach würklech richtig chönne abschalte. Mi Chopf isch so läär, wie scho lang nümme! Und d’ Schlammpackig ersch! (...) Zum Glück het mir mi Chef no e zwöite Mitarbeiter bewilliget, itze ha ig vil weniger ztüe und cha d’Zyt mit Frou, Ching, Hund und Huus vil intensiver gniesse...“ (Wahlweise spreche ich das Ganze auch auf hochdeutsch, französisch und englisch. Neu auch auf russisch -> Sehr beliebt!) Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie gross diese vergoldeten Businessaugen werden...
Jetzt im Moment kann ich mich aber nicht beklagen. Ich sitze mit einem kühlen Laptop im ICE nach Bonn, mein Gesicht ist entspannt und das Handy schweigt. Vis à vis von mir sitzt ein sympathischer ältere Herr und ist in ein Buch namens „God save la France“ vertieft. Halt! Da komme ich mir aber plötzlich wie in einer verkehrten Welt vor: Für einmal fühle ich mich als eben diesen Geschäftsreisenden und der ältere Franzose erscheint mir als der belustigte Junge. Ich denke, das Beste ist nun: Laptop schliessen, Kaffee trinken und abwarten, bis sich die Lage normalisiert hat.

1 Kommentar:
Ja, probier es auch mal wieder mit einem Buch, da liegst du eigentlich nie falsch! Man kann ja zur Not den Umschlag fälschen....
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