
Die Welt scheint kurzzeitig unterzugehen, wenn eine tolle Zeit plötzlich in die Vergangenheit verschoben wird.
Sue ist planmässig letzten Sonntag wieder in die Schweiz zurückgereist. Irgend eine Macht hat die Rückkehr zwar zu verhindern versucht, jedoch nicht geschafft. Ihr Flug vom JFK- Flughafen ist zwei Stunden verspätet abgeflogen und ihr Anschlussflug in Frankfurt wurde "gecancelt". Nach weiteren einenhalb Stunden Warten konnte sie dann die letzte Etappe nach Zürich in Angriff nehmen. Nun ist sie sechs Stunden versetzt von mir entfernt und die Sehnsucht nagt an mir wie hungrige Ratten an Käpten Jack's wurmigen Holzbein.
Bojan, ein Arbeitskolleg, hat mich am Montag in die Notaufnahme des "Rockaway Hospital" gefahren, weil er mein Gejammer nicht mehr ertragen konnte. Nach einer Spritze in den, nun dicken (habt Ihr gewusst, dass Männer auch Orangenhaut haben können? Anm. der Red.), Allerwertesten haben mich die Docs mit Verdacht auf akute "Brain- sickness" entlassen. Dafür schmerzt nun mein Hinterteil.
Wenn ich nun meine Augen öffne, dann merke ich, dass die Welt immer noch vorhanden ist. Die Inder, welche oben mir eine Suite bewohnen, stampfen immer noch wie gewohnt auf den Boden (um 1.00am!), der Kühlschrank dröhnt mir in der Nacht immer noch die Graumasse aus dem Schädel und der Rasenmähermann mäht immer noch in einer Herrgottsfrühe mit seinem Megamonstertruck den Rasen. Und... die Amis sind immer noch vorhanden.
Nun muss ich mich wohl mal mit den lieben Amerikanern befassen.
Ein komisches Volk. Der freiliebende Amerikaner besitzt im durchschnitt drei (14l) Autos, isst viermal pro Woche Fastfood, isst einmal im Jahr gesund und kann nicht kochen.
Das, nach einer repräsentativen Studie ermittelte, Durchschnittsgewicht beträgt 89 Kilo (pro Bein) und die Lieblingsfarben sind Mäcdonaldsgelb und Starbucksgrün.
Der lieblings- Feiertag ist das Erntedankfest weil's da einen Truthahn gibt.
Vieles dreht sich hier wirklich nur um das liebe Essen und den Konsum. Als ich Sue gefragt habe was sie denn am meisten an der Schweiz vermisse, da war ihre Antwort: "Gesunde Nahrung. Richtigen Salat und natürlich das liebe Schweizerbrot." Es ist hier praktisch unmöglich einen ganzen Kopfsalat zu bekommen. Salate gibt es nur geschnitten und gewaschen. (Da hat es in meinem Haarshampoo noch mehr Vitamine drin, als in diesen Schnittsalaten.)
Wenn also ein Amerikaner den Willen hätte um gesu(ü)nd(er) zu leben, wird ihm dieses Vorhaben schon bei der Wurzel zerstört. (Gleich wie die Vitamine). Unglaublich...
An diesem Punkt muss ich mich nun als Hamburgerliebhaber outen: Ich esse gerne Salat, diesen aber am liebsten zwischen zweien Brötchen. Und Hamburger gibt es hier richtig viele und gute. Meinen "Hamburger des Lebens" habe ich, tataa - wär hätte das gedacht - im McDo am Times Quare gegessen. Doublequarterpounder whit cheese.
So kommen wir nun zur berechtigten Frage: Was vermisst er also am meisten, wenn nicht den Salat? Ist es der Käse? Ist es Appenzelleralpenbitter? Etwa das Alphorn?
Bevor Du, liebe Leserin, lieber Leser weiterliest, sollst Du Dir doch bitte diese Frage selber stellen (was würde ich in Amerika am meisten von der Schweiz vermissen?).
Und dann kannst Du mir Deine Antwort mailen, wenn Du willst. Es würde mich richtig doll interessieren...
Mir fehlt am meisten: ...dieBergedieLuftdieRuhedasguteWasserausderLeitungdieFamilie
SueundFreundeRöstiDRS3SBBMIGROSfarbigeBanknotenmeinBettundundund...
und das war erst der Anfang der Liste - und das Ende dieses Textes.

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