
Die Zeit des Durstes musste ja irgendwann wieder aufhören. Und das war heute. Wasser über mein Haupt, der Durst war weg. Doch er wird bald wieder kommen...
Über was spricht unser Auslandschweizer eigentlich? Viele die uns (Sue und mich) gut kenne, wissen, dass wir richtige Kulturjunkies sind. Ich möchte an dieser Stelle nicht behaupten, die Amis haben keine Kultur, nein im Gegenteil! Man muss sie entweder nur etwas suchen oder einfach viel Volk und/ oder Kosten auf sich nehmen.
Item; Schon lange konnten wir nicht mehr gemeinsam ein Theater besuchen und an den letzten Museumsbesuch erinnere ich mich nur noch wage. Als wir heute vor dem MoMA (Museum of Modern Art) standen, fingen meine Hände an zu zittern, die Knie schlotterten und das Herzlein flatterte beinahe davon. Muss es so einem trockenen Alkoholiker vor einem bevorstehenden Vollrausch gehen? Ich glaube schon... Dieses Museum beinhaltet über 24 Galerien mit Kunst des moderne Designs, Architektur, moderne Skulpturen und Installationen und berühmte moderne Gemälde. Von Dali, Monet, Miro, Picasso, van Gogh über Klee und Warhol. Alle sind sie dort in Reih und Glied versammelt. Sehr beeindruckend, wenn auch manchmal etwas fragwürdig. ich habe fünf Minuten angestrengt eine schwarze Fläche angestarrt ohne nur auch etwas Kunst zu entdecken...
Doch damit noch nicht genug: Am Nachmittag besuchten wir das Phantom der Oper. Dieses Musical ist hier auf dem Broadway das erfolgreichste überhaupt. Unser "Phantom- Darsteller" hat in schon unglaublichen 1'200 Vorstellungen mitgewirkt. Einfach Wahnsinn. Wir glaubten nach hause zu schweben; die unbequeme Zugfahrt nach Morris Plains war für einmal recht zu ertragen.
Die Welt dreht aber auch hier in den USA weiter. Die Tage werden scheinbar kürzer, die Dunkelheit breitet sich nun schon am frühen Abend über uns aus. Nicht selten sehen wir Rehe in ungewohnter Menschennähe.
So bekommt der Walt Disney Film "Bambi" eine ganz andere Bedeutung. Hätte ich diese süssen Dinger schon früher so nahe gesehen, hätte ich wahrscheinlich im Kino doch weinen müssen. Wilde Hasen hoppeln vor meinem Fenster herum, Fasane sind im Garten nichts ungewöhnliches und die Eichhörnchen sind eher eine Plage. Auf den Highways liegen (der Tierbevölkerung entsprechend) auch viele Kadaver rum. Leider werden sie nicht eingesammelt, sondern bleiben bis zur natürlichen Zersetzung liegen.
In solchen Angelegenheiten sind die Amerikaner leider sehr zurückgeblieben.
Nun liegt Sue im Bett, schaut HBO (amerikanischer TV- Kanal) und macht sich über die Commercials (Werbesendungen) lustig. Ich bin wieder mal für Euch am schreiben und sende meine Gedanken in die Schweiz. Ja, die liebe kleine Schweiz. Sie fehlt. Und ihr Inhalt auch.

2 Kommentare:
Liebe Sue, Lieber Cedric,
Ich muss schon sagen dein Blog ist sehr erfrischend (besser gesagt erwärmend) bei dem launigen Wetter in der Schweiz. Zurzeit bekommt man nur dank direkter Neon Bestrahlung ein wenig Farbe ins Gesicht.
Das Berühmte Schwarze Bild habe ich auch schon im MoMA bestaunt und erlernt Kunst ist nicht da um kritisiert zu werden. Entweder es gefällt einem oder dann halt eben nicht.
Ich wünsche euch noch viele unvergessliche Tage in Big Apple und bis bald.
Gruss aus der Schweiz
Manolo
Olà Manolo
Vielen Dank für Deinen Kommentar. Natürlich freuen wir uns über jede Nachricht aus der kalten Schweiz. Wir haben hier in New York ein recht tüppiges Wetter: Die Räume sind so fest klimatisiert, da kriegst Du einen Hitzeschlag beim Verlassen des Gebäudes. (Nichtsdestotrotz: Der Tuntenstrahler ist nicht gut für die Haut! You now...)
Ich glaube, Kunst darf man schon Kritisieren, nur eben objektiv. Aber dies fällt mir als "no-drawer", oder eben Laie, sehr schwer. Sue hat mir beim Betrachten des Bildes die englische Beschreibung erläutert: Das schwarze Bild beinhaltet verschiedene Farbtöne und Linienstrukturen, welche dem Betrachter erst nach entferntem, bzw. nahem Studieren auffallen. So erscheint das Bild plötzlich sehr lebendig, quadratisch Gemustert und Dreidimensional... Nur so viel zu dem Thema.
Geniesse die Kalten Tage in der Schweiz; es könnten die Letzten für diesen Winter sein...
Bis die Tage und beste Grüsse,
Cédric und Sue - aus Amerika
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