
Nun, das Leben nahm so seinen Lauf und verfrachtete mich in einer Blitzgeschwindigkeit wieder zurück in die Schweiz. Kanton Bern. Landschaftlich und Landwirtschaftlich: Wichtrach.
Liebe Leserin, lieber Leser, Ihr habt schon lange nichts mehr von mir gehört. Das tut mir Leid und dass es mir Leid tut, das kam so:
Freaky Friday heisst das Zauberwort des Vorfreitages vor Halloween. Die Sage rund um Jack o’ Lantern, welcher auf der Erde als untote Seele wandern muss bis er alle seine Laster abgelegt hat, belegt, dass der letzte Freitag vor Halloween ein Pechstag ist. Analog Freitag der 13. (Übrigens: Dieser Freaky Friday war der 26. Oktober und 26 durch 2 gibt auch 13. So scarry...Uuhh)
Jack, der alte Bauerntölpel, hat sein ganzes Leben lang seine Mitmenschen zum Narren gehalten und schlussendlich einen Deal mit dem Teufel abbekommen: Keine lebenslange Verdammung, dies aber nur unter der Bedingung, dass die Seele so lange auf der Erdkruste umherirren muss, bis entweder die Amis an Überzuckerung gestorben oder alle Süssigkeitsvorräte von Wall Mart verscherbelt sind.
Bis jetzt ist es dem armen o’ Lantern nicht gelungen. Die Amis werden immer wie breiter (und wollen einfach nicht platzen!) und Wall Mart hat mit Ben & Jerry's zusammengespannt und produziert die süsse Schande immer weiter und weiter. Die Hölle war dem Jack noch nie so nahe.
Genau wie mir. Dieser Freitag hatte es in sich. Alles was schief gehen konnte ging schief. Und alles was gerade hätte werden können wurde schief. Das Abreisedatum und sogleich „Tor zur Schweiz“ rückte immer wie weiter in die Ferne. Ja, versank gerade zu im dichten Nebel, welcher bei uns seit einigen Tagen über der amerikanischen Einöde lag.
Nichts desto trotz. „Mir Schwyzer si eifach herti Gringe und kämpfe witer, ou wes Chatze haglet. (Wie Alpöhi damals zum kleinen Heidi vertrauensvoll gesprochen hatte: „E rächte Schwyzer mit Frou u Ching het Haar ufem Ranze u niid ufem Gring!“) Weiter geht’s mit Chrampfe. Die nächsten Tage sind mir nur noch schleierhaft vor meinem inneren Auge vorhanden. Quasi wie eine aussermenschliche Erfahrung zwischen dem langen Tunnel mit grellem Licht und zuwenig Schlaf. In meinem Kopf schallte aber immer die liebliche Stimme von Alpöhi und ermutigte mich zum Workaholic- Exzess.
So wurde Mittwoch, 31.10., Tag der Allerheiligen, Halloween und zugleich geplanter Abreisetag.
Nach langen Diskussionen, Tränen und „bear hugs“ erreichte ich doch noch, in exzellenter Hollywood- Manier, den Flughafen. (Den Flieger auch noch, dies aber ist doch eher nebensächlich.)
Am darauffolgenden Donnerstag kam ich in Zürich an. Müde vom Durcharbeiten und zerknittert von der langen Nacht im Flugzeug. (Wieso müssen immer dann die kleinen Amerikanerli (nein, das ist nichts zum Essen wie „Berliner“ oder „Baslerläggerli“ sondern nur ein Baby...) die ganze Nacht durchschreien, wenn ich die Oropax im Kulturbeutel vergessen habe?) Die lange Reise hat sich gelohnt. Ein tolles Wiedersehen hat es gegeben, keine Frage.
Doch die Reise geht bald weiter. Italien ruft mit sanftem Gesang! Es geht nach Brescia und zwar am 14.11.07. Dort gibt's wenigstens nur beschränkt Hamburger. I'm curious about it.

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