Montag, 21. Januar 2008

Tierversuche an mir - oder: Koffein und ich



Was bringt uns heute die Kaffeetasse? Ausser Zahnverfärbung und Mundgeruch wohl nichts. Dies stimmt jedenfalls für mich. Und trotzdem trinke ich eine Unmenge dieser braunen Brühe. Heute habe ich mich gefragt, ob mich das Koffein noch aufputscht oder ob der Gedanke daran die Fitness ausmacht. Quasi ein Placeboeffekt.

Als ich vor kurzer Zeit von Amerika (dem Land der medikamentösen Freiheit) in die Schweiz zurückkehrte, stand ich im Newark-Airport (gerade vor dem Boarden) vor einem Drugstore mit ein paar wertverlierenden Dollars in der Hand. Was tun mit dem restlichen Bargeld der vergangenen Wochen? Für mich, als Filmjunkie, gab es in diesem Moment keine andere Antwort als: Schlaf- und Koffeintabletten als Souvenir nach Hause mitnehmen. In lateinamerikanischen Soap Operas erscheinen diese „strong and free“-Medikamente in jeder zweiten Folge. Wenn die jungen Ärzte für ihre 72h Schicht wach bleiben wollen, so greifen sie zum Aufputschmittel. Bei Liebeskummer schluckt die zerstörte Dame ein Dormikum. Alles natürlich in Höchstdosierung und überall frei erhältlich. (Und wenn diese Medis immer noch zu schwach sind, so fährt der Amerikaner mit seinem Offroader über die mexikanische Grenze und besorgt sich die mortale Dosis. Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.)

Nun gut. So hatte ich zuhause diese beiden Produkte rumliegen, mit der Idee, sie aus reiner Neugierde irgendwann auszuprobieren. Tatsächlich habe ich dies nun auch getan: Die Schlaftablette kam in einer Grippewelle zum Zug. Einwurf der Pille um ca. 20.32 Uhr, (Zeit des Schlafeintrittes: Unbekannt, jedoch unter 10min.), Erste bekannte Hirnaktivität ca.10 Uhr morgens. Irgendwie bedenklich.

Die Koffeintablette, welche meine Konzentration fördern sollte, habe ich heute morgen als Kaffeeersatz eingeworfen. Nur so eine; nur so zum Spass. (Dafür aber kein Kaffe, kein Redbull, kein Schwarztee oder Cola, kein Guarana oder Matee. Nur eine klitzekleine Tablette, mit dem gebündelten Koffein von vier Tassen Filterkaffee.) Seither bin ich wie auf Strom. Fit wie ein ganz neuer „made in China“ Turnschuh. (Wobei ich eigentlich überhaupt kein Morgenmuffel bin).

Ich denke nicht, dass solche „Drugs“ auf die Länge gesund sein können. Zum Glück gehe ich in der nächsten Zeit nicht mehr an den Newark-Airport, so komme ich nicht mehr in Versuchung, mein Restgeld in irgendwelche Medikamente zu investieren. Ah ja: Ob mich das Koffein noch aufputscht? Ich weiss jetzt: In der entsprechenden Menge schon...


1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Dr Oetker meint: Anstelle des Kaffees trinken Sie lieber ab und zu mal ein Bier mit engen Vertrauten von befreundeten Familien!